Werkstatt eines Stückgießers

( Holzschnitt von Hans Burgkmair aus dem „Weisskunig „)

Steinbüchse, Vorderlader aus Schmiedeeisen, 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts, Kaliber (Mündungsweite) 33cm, Gesamtlänge 112cm, Rohrgewicht 780 kg.

Bronzene Bombarde des Johanniterordens, gegossen auf Befehl des Großmeisters des Johanniterordens, Ende 15. Jahrhundert, Kaliber 580mm, Gesamtlänge 1950mm, Rohrgewicht 3325 kg.

Bronzene Belagerungsbombarde 1474, für das burgundische Heer unter Karl dem Kühnen gegossen, Kaliber 226mm, Gesamtlänge 2548mm, Rohrgewicht 2441 kg.

Englische Bombarde um 1430 ( als Stabringgeschütz geschmiedet),gehörten zur Belagerungsarmee Thomas Scalles 1434, Kaliber 380mm linkes Rohr, rechtes 420mm, Rohrlänge ca. 3800mm, da einige Teile der Mündung weggerostet sind.

Schmiedeeiserne Bombarde „ Mons Meg „ 15. Jahrhundert, vermutlich nach 1430 für den englischen König Heinrich VI. geschmiedet worden, Kaliber 505mm, Gesamtlänge 4110mm, mit einer Treibladung von 31 bis 36 Pfund Konnten 150kg schwere Steinkugeln verschossen werden.

Bombarde „ Dulle Grete „ von Gent, das um 1436 in Stabringtechnik geschmiedete Rohr ist zweiteilig ausgeführt, Flug und Kammer können über eine Winde zusammengeschraubt werden, Kaliber 639mm, Gesamtlänge 5031mm, Rohrgewicht 12250kg, mit einer Treibladung von 60 bis 80 Pfund konnten Steinkugeln ( 320kg ) auf 2300 Schritt verschossen werden.

Stabringgeschütz „ Faule Magd „ um 1430, vermutlich als Belagerungskanone vorgesehene Kanone verschoss 96-pfündige Steinkugeln, Kaliber 345mm, Rohrlänge 2330mm, Rohrgewicht 1383,3 kg.

Orgelgeschütz um 1500, einreihiges fünfläufiges Geschütz aus Hagenbüchsen, die Rohre sind wie Orgelpfeifen unterschiedlich lang, zwischen zwei Eisenbändern befindet sich die Zündrinne, Lauflänge von 107 bis 118cm, Kaliber 2,6 bis 3,2 cm, Gewicht 103kg,

Coburger Orgelgeschütz 1. Drittel 17. Jahrhundert, Orgelgeschütz mit 49 Rohren, im Raster 7X7 angeordnet, Kaliber 17,9mm, jede Rohrreihe besitzt einen gemeinsamen Zündkanal, der jeweils durch ein Schutzblech abgedeckt wird.

Dänisches Orgelgeschütz um 1700, hier wurden unten fünf und oben vier Vorderladerrohre angeordnet, und somit ein „Schnellfeuergeschütz“ erhalten, Kaliber 20mm, in einer Trommel gelagert, konnten die Rohrreihen vertikal bewegt werden, alle Rohre einer Ebene wurden gemeinsam gezündet.

Orgelgeschütz um 1809, Zusammenfassung von 11 Läufen von Steinschloßflinten, in Höhe der Zündlöcher verläuft eine Zündrinne, so dass alle 11 Läufe zu gleicher Zeit abgefeuert werden konnten, Gesamtlänge der Läufe 102cm, Kaliber 18 und 19mm.

Hängender Mörser 1525

Frankreich, 1686 Vorderlader aus Bronze, Gesamthöhe 88,5cm, Kaliber 42,2cm, Gewichtsangabe auf dem Rohr „9 C: 41 P.“

Frankreich, um 1700, sog. Rebhuhnmörser, um ein großes Rohr sind 13 kleinere Rohre, die auf einer kreisförmigen Platte des Hauptrohres stehen, gruppiert. Jedes Rohr hat eine besondere kleine Pulverpfanne und ein Zündloch. Vorderlader aus Bronze. Höhe des Hauptrohres 30cm, der Nebenrohre 7,5cm, Kaliber 11cm und 3 bis 3,5 cm.

Kurbrandenburgischer 120- Pfd. –Mörser 1678, wurde später von der preußischen Armee als Belagerungsmörser eingesetzt und dann von russischen Truppen erbeutet. Kaliber 310mm, Rohrlänge 1150mm, Gewicht 1769kg.

Französischer 15- pounce- Mörser 1685, aus diesem Mörser wurden keine Vollkugeln, sondern Hagelladungen aus Hackblei und Eisenstücken verschossen. Kaliber 422mm, Rohrlänge 885mm, Gewichtsangabe „9C.:41P.“

Preußen, um 1701, Fünfundzwanzigpfündiger Mörser aus Gusseisen, Kaliber 23,9cm, Tiefe des Fluges 36cm, Tiefe der Kammer 1

Russischer 8- Pud- Belagerungsmörser, Kaliber 375mm, Länge 1400mm, Gewicht 3536kg.

Holländischer 16- Pfündiger- Mörser 1743, Kaliber 204mm, Rohrlänge 735mm, Gewicht 338kg. Es wurden sowohl Explosivbomben wie auch Vollkugeln mit einem Gewicht von über 40kg verschossen.

Englischer 13- inch- Mörser 1779, von 1750 bis ca. 1820 zur englischen Feldartillerie gehörend wurde meist als Belagerungsmörser eingesetzt. Kaliber 332mm, Rohrlänge 1107mm, Gewicht 1271kg.

Französischer 12- pouce- Mörser 1806- Fußmörser-(Fußschemelmörser), Kaliber 320mm, fester Schusswinkel von + 45°.

Russisches 3-Pfünder- Mörserbatterie- Geschütz 1754, 44 Rohre, Kaliber 76mm, Rohrlänge 230mm, 5 oder 6 Rohre bildeten eine Gruppe und konnten über einen abgeschlossenen Zündkanal gezündet werden.

Historische und fremdländische Maß- und Gewichtseinheiten - Auszug-

Frankreich/ Großbritannien, 1884 1 inch = 25,399 mm Preußen 1816 1 Pfund = 467,7 g Russland 1856 1 Pud = 16,35 kg Frankreich 1793 1 pouce = 27,77 m

Johann Jacobi ( 1661 – 1726 )

Oberinspektor der königlichen Hof – und Artilleriegießerei in Berlin. Im Vordergrund Mündungskopf des 100- Pfünders „Asia“, darunter „Königsgeschütz“ und „Kurfürstenrohre“, im Hintergrund Reiterstandbild Kurfürst Friedrich Wilhelms.

Stich von J.G. Wolffgang, nah einem Gemälde von J.F. Wetzel

Sächsische Feldschlange „Schöne Treiberin“, 1521, Kaliber 90 mm, entspricht etwa den späteren 6- Pfündern.

Feldschlange, 1530

Kursachsen, Anfang 18. Jahrhundert, Vierundzwanzigpfünder, Buchstabe „P“, einer Alphabetserie

Vergleich der Kaliberbenennungen -Auszug

Kanonen Haubitzen

(nach der Masse der kalibergleichen eisernen Vollkugeln)

1 pfünder 51 mm 7 pfünder 150 mm
3 pfünder 70 mm 10 pfünder 170 mm
4 pfünder 80 mm 25 pfünder 220 mm
6 pfünder 90 mm 30 pfünder 240 mm
12 pfünder 120 mm
24 pfünder 150 mm
42 pfünder 172 mm
68 pfünder 203 mm
72 pfünder 210 mm
96 pfünder 240 mm

Russische „Zaren- Kanone“ 1586 Kaliber 890mm, Rohrlänge 5340mm (Kammerlänge 1740mm), Rohrgewicht 39312kg. Zum Schießen waren 1000kg Eisenkugeln mit einer Treibladung von 600kg Pulver vorgesehen. Mit dieser Kanone wurde nie geschossen.

Preußische 24-Pfd.- Kanone der „Kurfürsten-Serie“ 1708, Kaliber 150mm, Gesamtlänge 3450 + 300 = 3750mm,

Preußische 12- Pfünder- schwere Feldkanone M. 1761, Modell „Dieskau“ Kaliber 120mm, Rohrlänge 1385mm, das Geschütz wurde auch als „Brummer“ bezeichnet.

Sächsischer 6-Pfünder in Depressionslafette, 1812 (Festungsgeschütz) Bronzerohr, Kaliber 90mm, Depressionswinkel von -7° bis – 40°.

Magdeburger „ Huldigungskanone“ 24-Pfünder, 1669 ( Replik)

Sächsische „ Halbe Kartaune „ aus der so genannten „Adlerserie“, 24-Pfünder, 1733 Kaliber 153mm, Rohrlänge 3430mm, Rohrgewicht „62 Zentner 52 Pfund“

Sächsische 71/2- Pfünder Feldhaubitze, 1845 Kaliber 15,4cm, Rohrlänge 122cm,Gewicht „6 Zentner 32 Pfund“. Während die Benennung der Kanonen nach dem Gewicht der Eisenkugeln erfolgte, benannte man die Haubitzen nach dem Gewicht der entsprechenden Steinkugeln, auch noch in der Zeit, als Steinkugeln nicht mehr verwendet wurden.

Amerikanische 12- pdr – Feldkanone „Napoleon“ M 1857, wurde 1850 als Glattrohrkanone in Frankreich entwickelt. Bronzerohr Kaliber 117,4mm, Rohrlänge 1676,4mm, Gewicht 552kg. Rund 40% aller eingesetzten Geschütze waren „Napoleons“. Das Geschütz wurde auch als „Arbeitspferd“ der Artillerie bezeichnet.

Holländisches Hagelgeschütz um 1480 - Kammerbüchse - Kaliber 84mm, Rohrlänge 463mm, Rohrlänge ü. A. 872mm

Spanischer 6- Pdr- Saker 1551 – Langrohrgeschütz - Kaliber 93mm, Rohrlänge bis Bodenstück 3207mm plus 185mm für Wölbung und Traube = 3392mm Gesamtlänge, Rohrgewicht 1104kg.

Englische Iron Cannon of 7 inch 1673 Kaliber 183mm, Rohrlänge 2928mm, Gewicht ca. 3075kg

Schwedischer 24- Pfünder der WASSA 1626

Kaliber 140mm,

Deutsch- spanischer 6- Pfünder- um 1620